Kriegstagebücher und Kriegserinnerungen

Texte und Kontexte

Kriegstagebuch von Georg Wilhelm Schmedes vom 27. Juli 1870 bis 15. Mai 1871

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Hier folgt nun das Kriegstagebuch des Hauptmanns Georg Wilhelm Schmedes. Vor einiger Zeit wurde hier bereits sein Kriegstagebuch des Krieges 1866 veröffentlicht. Dort finden sich auch biographische Angaben zu Schmedes.

Wie auch in dem Kriegstagebuch 1866 beschreibt Schmedes ausschließlich Militärisches in diesem Kriegstagebuch. Persönliche Äußerungen oder Wertung sind nicht zu finden. Schmedes war im Krieg 1870/71 als Hauptmann Führer der 6. schweren Batterie im Niederschlesischen Fußartillerie Regiment Nr. 5.

Interessant erscheint die Darstellung der Belagerung von Paris, an der Schmedes mit seiner Batterie vom 19. September 1871 bis 3. Februar 1871 beteiligt war.

Die Abschrift beschränkt sich nur auf die Tagebuchaufzeichnungen. Am Ende des Tagebuches gibt es auch Notizen zu Missständen, die sich bei der Mobilmachung gezeigt haben. Hier wurde vorerst auf eine Abschrift verzichtet.

Unleserliche Worte wurden mit [?] gekennzeichnet. Die korrekte Schreibung von Ortsnamen wurde ebenfalls mit eckigen Klammern markiert – soweit die Orte identifiziert werden konnten.

Erste Seite des Kriegstagebuches von Georg Wilhelm Schmedes

Handgezeichnete Karte im Kriegstagebuch

Kriegstagebuch von Georg Wilhelm Schmedes vom 27. Juli 1870 bis 15. Mai 1871

Mittwoch den 27. Juli der 12te Mobilmachungstag

[?]

[??] die Bahnverwltg.

5 Wa für Offiziere

5 Wagen für 135 Mann

22 Pferdewagen

17_4 [Räder?]

1 Feuerzeugwagen

Den 30. Abmarsch vom Cantonnement Mrgs. 4 Uhr. Verladen der Fahrzeuge von ½ 1 bis ½ 2.

Abends von 7 Uhr 5 Minuten ab Verladen der Pferde. Abfahrt um 8 Uhr 10 Minuten. Die meisten Wagen viel zu niedrig, und keine Wagen für Geschirre und keine Zeit dieselben abzunehmen, die Satteldecken stießen oben an die Decke an.

Den 31.7.70. In der Stadt die Sattel z. Theil angenommen früh Morgens selbständig abgesattelt und die Sattel in die Mitte zw. den Pferden niedergelegt. Früh 7 Uhr Ankunft in Görlitz, daselbst Mittagessen. Abfahrt um 8 Uhr. 5 Uhr Nachm. Ankunft in Leipzig. Abfahrt 6 Uhr. Die Mannschaft mit Kaffee verpflegt.

Den 1.8.70. In Lichtenfels 8.10 früh weiter. 7 Uhr 10. Die Mannschaft Mittagessen. In Aschaffenburg bis 9 ¼ U. weiter 10 ¼. Die Mannschaft Mittagessen.

Den 2.8.70. Ankunft in Landau um 7 Uhr früh. Abmarsch um 8 Uhr in das Cantonnement Offenbach. Abends um 7 Uhr dort allarmirt und Nachts 12 Uhr Bivouak bei Billingsheim bezogen.

Den 3.8.70. Den Tag über im Bivouak geblieben.

Den 4.8.70. Früh 4 Uhr ausgerückt. Um 11 Uhr bei Weichenburg. Daselbst Gefecht der 9ten Division. Die Batterie kam nicht mehr zur Aktion.

Den 5.8.70 Aufbruch aus dem Bivouak bei Weißenburg früh 7 Uhr Rondesvus auf dem Paisberg. Die 6te schw. Batterie bei dem Gros der 10ten Division hinten dann 7ten [?]. Direction gegen Preuschdorf. – Um 5 Uhr Einrücken in das Bivouak bei Reuschdorf.

Den 6.8.70. Um 9 ½ Uhr wurde die Batterie im Bivouak allarmiert. Sie ging im Abtheilungsverband auf die Straße und weiter im Trab vor und nahm Stellung vorwärts Dieffenbach nach der östlich von Elsasshausen aufzustellenden Batterien. Die Batterie beschoß dieselben auf 3200 Schrittt und wie es schien mit Erfolg. Das Feuer derselben ließ nach und hörte dann ganz auf. Hierauf beschoß die Batterie den Ort Elsasshausen auf 4200 Schritt. Die Granaten schlugen in das Dorf, nach kurzer Zeit brannte dasselbe. Gegen 1 Uhr trat ein Moment ein, wo unsere Infanterie sich von den Höhen östlich Elsashausen zurückzog, es folgten in der Richtung gegen den südlichen Eingang von Wörth bedeutende feindliche Infanteriemaßen in geschloßenen Kolonnen. Die Batterie beschoß dieselben auf 1800 Schritt und traf die [?] der Kolonne, es wurden 200 Schritt abgesetzt und schlug nun Schuß um Schuß in die dichte Maße ein, wie ich mich nachher an Ort und Stelle überzeugt ist die Wirkung eine sehr bedeutende gewesen; unsere Infanterie fing bald wieder an zu avanciren.

Die Batterie beschoß dann auf 3600 Schritt feindliche Batterien die westlich des Weges von Wörth nach Elsashausen aufgestellt waren. Zwischen 2 und 3 Uhr wurde die Batterie gegen Wörth vorgezogen. In der inne gehabten Stellung hatte sie 8 Pferde und 6 Leute Verlust. Hiervon 4 Pferde todt, 4 leicht verwundet und 3 Mann schwer und 3 Mann leicht verwundet. Bei dem weiteren Vormarsch durch Wörth mußte die Batterie in dem Ort halten bleiben weil die Brücke über den Sauerbach abgebrochen war, bei dieser Gelegenheit wurde die Batterie aus den Häusern stark beschoßen, es blieb 1 Pferd todt und wurde 1 Mann schwer verwundet. Nachdem die Brücke hergestellt marschierte die Batterie Wörth in eine Reserve-Stellung nördlich und nahe bei Elsashausen. Durch einen General wurde die Batterie von hier aus nach Froeschweiler hingeschickt um gegen dort stehende Mitrailleusen zu wirken. Mitrailleusen dort nicht mehr im Feuer und konnte die Batterie mit 4 Geschützen sich noch in die gegen Froeschweiler genommene Artillerie-Position einfügen und beschoß auf 1500 Schritt die Eingänge von Froschweiler. Gegen 5 Uhr rückte die Batterie von huer aus in das Bivouak bei Froeschweiler.

In der 1ten Aufstellung schlugen die Granaten maßenhaft unmittelbar vor der Batterie einzelne in der Batterie und die miesten waren 30 bis 50 Schritt hinter der Batterie ein. Die vor und hinter der Batterie eingeschlagenen Granaten verursachten keinen Schaden, da dieselben in dem aufgeweichten Boden stecken blieben und erst einige Zeit nach dem Aufschlag crepierten. Die gegen uns abgefeuerten Schrapnels crepierten viel zu früh und veranlaßten nur die Verwundung eines Mannes. Die Mannschaft der Batterie hat sich während des Gefechts durch weg sehr brav gezeigt aus zeichnete sich namentlich der Kanonier Pritweiler aus, der trotzdem er verwundet war das Geschütz noch weiter bediente bis ihn die Kräfte verließen. Ferner haben die Feldwebel Feucher und der [?] Sergeant Scheurich der Batterie sehr gute Dienste geleistet, dadurch daß sie den Munitions-Ersatz sowie den Ersatz der verwundeten Pferde mit großer Präcision und Schnelligkeit bewirkten, so daß ich ihre Thätigkeit lobend erwähnen muß.

An Munition wurde verfeuert 276 Stück Granaten.

Sonntag den 7.8.70. Bivouak bei Froeschweiler.

Den 8.9.70. Abmarsch früh ½ 6 Uhr aus dem Bivouak. Die Batterie war dem Vortrupp der Avantgarde zugetheilt. Um 1 Uhr Bivouak bezogen bei Uhrviller.

Den 9.8.70. Abmarsch früh 7 ½ Uhr. Die Batterie gehörte zu dem Haupttrupp der Avantgarde. Um ½ 2 Uhr Bivouak bezogen bei Bischwiller.

Den 10.8.70. Abmarsch früh 7 ¾ Uhr. Die Batterie blieb dem Haupttrupp der Avantgarde zugetheilt. Um 12 Uhr Ankommen in Siewiller.

Den 11.8.70.

Abmarsch früh 5 ½ Uhr. Einrücken das Cantonnement Bischeim um 12 Uhr früh. Avantgarde. Batterie.

Den 12.08.70. Ruhetag in Bischeim.

Den 13.8.70. Abmarsch aus Bischeim früh 6 Uhr. – Einrücken in das Bivouak bei Azoudange Nachm. 5 Uhr. Avantgarde Batterie.

Den 14.8.70. Abmarsch aus dem Bivouak um ½ 7 Uhr. Einrücken ins Cantonnement Henamenil um 5 Uhr abends. – Die Batterie in Reserve.

Den 15.8.70. Abmarsch aus Henamenil früh 6 ½ Uhr Ankunft um ¾ 2 Uhr in Cantonnement St. Nicolas. Die Batterie in Reserve. Beim Rondezvous die Abtheilung wieder vereinigt.

Freßbeutel, Futtersäcke und Protzsäcke, sowie Bandbeutel sind heute noch zu waschen und dann zu flicken. –

Beschlagen der Pferde, speziell Aufschlagen der Hintereisen. Beschlagen der Deichseln. Morgen früh um 6 Uhr: Vertheilen des Hafers, weitere Instandsetzung der Geschütze und Wagen.

Reinigen der Verschlüße p.p. Schließl. gründliches Putzen der Pferde. Weitere Eintheilung und Beschirrung der Pferde. – Ermittlung von fehlenden Geschirrstücken p.p. Reinigen der Geschirre. – Nachmittag Antreten der completten Batterie. Revision der Wagenverpackung – Geschirrschmieren.

Den 16.8.70. Die Batterie Ruhetag in St. Niclas.

Den 17.8.70. Nachmit. Abmarsch aus St. Nicolas früh 5 Uhr. Cantonnement in Chaligni [Chaligny]. Ankunft um ½ 12 Uhr. Die Batterie marschierte in Abth. Verband.

Den 18.7.8.70. Abmarsch aus Chaligny früh 4 ¼ Uhr, eingetroffen in Gye um 2 Uhr Nachm. Daselbst Cantonnement. Marschirt in Abthlgs. Verband.

Den 19.8.70. Abmarsch aus Gye früh 7 Uhr – eingerückt in das Cantonnement Rigny la salle um 1 Uhr Mittags. Marschiert im Abthlgs. Verband.

Den 20.8.70. Abmarsch aus Rigny la salle früh 6 ¼ Uhr. Eingerückt in das Cantonnement Demange um ½ 2 Uhr. – Die Batterie marschierte im Abtheilgs. Verbande. –

Den 21.8.70. Ruhetag in Demage.

Den 22.8.70 dasgle.

Den 23.8.70. Abmarsch aus Demange früh 5 Uhr. eingerückt in Aulnois [Aulnois-en-Perthois] das Cantonnement Aulnois um 1 Uhr Mittags.

Den 24.8.70. Abmarsch aus Aulnois früh 7 Uhr eingerückt in das Cantonnement Comble [Combles-en-Barrois] Mittags ½ 12 Uhr. –

Den 25.8.70. Abmarsch aus Comble [Combles-en-Barrois] früh ½ 5 Uhr eingerückt in das Cantonnement Villiers le Sec um 1 Uhr Mittags. –

Den 26.8.70. Ruhetag in Villiers le sec. – Auf Divisionsbefehl wurden in dem Orte 4 Pferde für die Batterie durch den Major Bauer vom 6ten Regiment reqiriert. –

Den 27.8.70. Abmarsch aus Villiers le sec früh 4 Uhr. Eingerückt in das Cantonnement Villers en Argonne Nachm. ½ 2 Uhr.

Den 28.8.70. Abmarsch aus Villers en Argonne früh 4 Uhr eingerückt in Cantonnement Ville sur Tourbe Mittags um 2 Uhr. –

Den 30.8.70. Ausgerückt aus dem Bivouac bei Senuc früh 5 ½ Uhr. – Rendezvous bei Oches, dort der Avantgarde (20ten Infanterie-Brigade) zugetheilt mit dem Auftrag sich in Besitz des Dorfes la Besace zu setzen.

Ankunft daselbst um 10 Uhr, das Dorf war vom Feind nicht besetzt. Die Batterie kam an diesem Tage nicht zum Feuern. Um ½ 11 Uhr rückte sie in eine Vorpostenstellung bei la Besace ein.

Den 31.8.70. Abmarsch aus la Besace früh 6 Uhr in demselben Verhältnis mit der 20 Brigade marschiert bis Chéhéry, dortselbst um 4 Uhr eingetroffen und Cantonnement bezogen. –

Uebergang über die Maas zw. Vrigne Meuse und Donchery nach Vrigne aux bois vor St. Menges am ersten Haus links hinauf 1te Stellung auf der Cuppa geschossen nach der Höhe bei Floing. Abmarsch über Fleigneux nach dem linken Flügel der Artillerie Aufstellung. Wirkg. gegen die feindl. Stellg. bei Illy. 3te Stellung wurde bis auf 400 [Schritt] an Illy.

Den 1.9.70. Die 6te schwere Batterie welche mit der 6ten leichten der 20ten Inf. Brigade als Awantgadre Batterie zugetheilt war, wurde Nachts ½ 1 Uhr in Chéhéry alarmiert und marschierte die Awantgarde dort um ¼ 2 Uhr ab über Chevanges nach der Maas bei Vrigne Meuse. Dort Uebergang über die Maas und Weitermarsch über Vivier au Court, Vrigne aux Bois längs der Maas hin bis vor St. Menges. Hier erhielt die Batterie den Befehl links von der Straße einen sehr steilen Abhang hinauf zu gehen. Es gelang dies nur mit 3 Geschützen und zwar zunächst mit dem Zug des Sec. Lieut. Wild in der Weise, daß zunächst die Protzen mit Beihülfe der gesammten Bedienungsmannschaft und hiernach die Laffeten durch die Mannschaft unter Beihülfe der [?] hinauf geschafft wurden. Die ganze Arbeit geschah unter dem heftigsten feindlichen Artilleriefeuer. Die 3 Geschütze nehmen auf der Höhe nordöstlich St. Menges Aufstellg. und feuerten auf 5000 Schritt gegen die auf der Höhe bei Floing aufgestellten feindlichen Geschütze. Den Rest der Batterie führte der Pr. Lieut. Rothenburg durch St. Menges hindurch nach der Aufstellung der 3 Geschütze. Da die Batterie hier keine geeignete Wirkung fand und keine weiteren Befehle eingingen ging die Batterie dem Kanonen-Donner nach und zwar im Trabe durch Fleigneux hindurch auf den linken Flügel der Artillerie-Aufstellung des 11ten Feld-Regiments neben der Batterie Kormann. Die 6te leichte Batterie nahm später noch Aufstellung links von der Batterie an einem einzel stehenden Gehöft. In dieser Stellung nördlich Illy beschoß die Batterie die feindlichen Batterien in den Entfernungen von 2000 bis 3600 Schritt mit sichtbaren Folgen. Protzen gingen in die Luft und feindliche Batterien wechselten oft ihre Stellung. Nachdem die feindlichen Truppen sich mehr gegen die Waldungen auf den Höhen hinter Catraire d´Illy zurückgezogen ging die Batterie bis auf circa 400 Schritt vor Illy vor und zwar gleichzeitig mit der der 6ten leichten Batterie. In dieser letzten großen Artillerie-Aufstellung hatte die Batterie so ziemlich das Centrum, rechts von ihr stand die 6te leichte Batterie und links von ihr fuhr später hier noch die 5te leichte Batterie auf.

In dieser Stellung bekämpfte die Batterie mit vorzüglichen Erfolgen, die mehrfach auf verschiedenen Punkten vorbrechende feindl. Infanterie, die Batterie war gegen diese Punkte so gut eingeschossen, daß man jede Granate richtig einschlagen sah, die vorgehende feindliche Infanterie kam nie weiter als circa 100 Schritt und ging dann im Laufschritt wieder zurück. Währenddem die Batterie keine Infanterie zu beschießen hatte, feuerte sie gegen die feindlichen Batterien auf den Höhen südlich Illy auf 4200 Schritt und wie es schien mit gutem Erfolg. Die Infanterieziele lagen von 1800 Schritt ab bis 2600 Sch. In allen 3 Stellungen wurde die Batterie mit feindlichen Granaten überschüttet ohne großen Schaden zu erleiden, Granaten schlugen mehrfach auf 1 bis 2 Schritt neben den Geschützen ein und verursachten keinerlei Verwundungen. Die Batterie hat an Verlusten nur einen Schwerverwundeten den Trompeter Werner und 6 leicht Verwundete Leute, ferner 2 todte und 3 leicht verwundete Pferde. An Munition hat sie in den 3 Aufstellungen zusammen verschoßen 439 Stück Granaten. Die Haltung der gesammten Mannschaft im Gefecht war vorzüglich. Die Batterie war von ½ 10 Uhr früh bis circa 4 Uhr Nachm. im Gefecht. Namentlich zeichneten sich aus:

  1. Sergeant Karsch (leicht verwundet)
  2. Unteroffizier Friedrich Borchard im Lazarett
  3. Unteroffizier Karl Seifert
  4. Unteroffizier August Manack
  5. Unteroffizier Gustav Kopke im Lazarett
  6. Gefreiter Stephan Bergelo
  7. Gefreiter Weichelt
  8. Kan. Lehmann im Lazarett
  9. Unterlazarettgehilfe Siemann

Außerdem erhielt die Batterie mehrfach Infanteriefeuer auf 1800 bis 2000 Schritt. –

Richard Schafer

Gegen 6 Uhr kehrte die Batterie zu der 20ten Infanterie-Brigade in die Vorposten-Stellung bei Calvaire d´Illy zurück und verblieb daselbst die Nacht. –

Den 2.9.70. Die Batterie verblieb mit der 20. Brigade auf Vorposten in Bereitschaft zur eventuellen Beschießung von Sedan, –

Den 3.9.70. Vormittags ½ 8 Uhr Abmarsch aus dem Bivouak bei Calvaire d´Illy denselben Weg zurück über die Maas ins Cantonnement zu Dom-le-Mesnil. –

Den 2.9.70. Mein [?] Pferd an Ar. abgegeben.

Den 3.9.70. abgegeben an Pferden an den [?] 1. die Tanne. 2. den Fuchs vom [?]- 3- Gustav u. 4. 1 Schimmel aus Henamenil.

Den 4.9.70. Vormittags 6 ¾ Uhr abmarschiert aus Dom. le Mesnil, eingerückt um 2 Uhr in das Cantonnement Faissault. –

Den 5.9.70. früh 6 ¾ Abmarsch aus Faissault eingerückt Nachmittags in das Cantonnement Tagnon.

Den 6.9.70. Ruhetag in Tagnon. –

Den 7.9.70. Aus Tagnon ausgerückt um 6 Uhr. Um 4 Uhr in das Cantonnement Reaumont eingerückt. –

Den 8.9.70. Ausgerückt aus Reaumont früh 6 Uhr und Nachm. ½ 3 Uhr in das Cantonnement Epernay [Épernay] eingerückt. –

Den 9.9.70. ausgerückt aus Epernay [Épernay] früh 5 Uhr. Die Batterie war der Awantgarde unter Kommando des Oberst von Henning zugetheilt und bezog um ½ 2 Uhr das Cantonnement Verdon. –

Den 10.9.70. Ruhetag in Verdon.

Den 11.9.70. Nachmittags 6 Uhr mit der Awantgarde ausgerückt auf sehr steilen und steinigen Wegen nach Vilfort [Viffort?] dort Cantonnement bezogen um 10 Uhr früh.

Den 12.9.70. In Vilfort [Viffort?] ausgerückt früh ½ 7 Uhr eingerückt um 11 Uhr in Sablonières [Sablonnières].

Den 13.9.70. Früh ¼ 7 Uhr ausgerückt aus Sablonières [Sablonnières] und Cantonnement bezogen um 11 Uhr in einem Dorf bei Doue gelegenen Gehöften Chateau Doue; zw. einer Inf. Bedeckung von 1 Offizier u. 60 Mann.

Den 14.9.70. In Chateau Doue Ruhetag.

Den 15.9.70. Abmarsch aus Chateau Doue um 7 Uhr. Die Batterie trat aus dem seitherigen Verhältnisse der Awantgarde heraus und marschierte mit ihrer Bedeckung nach Boissy. –

Im Abtheilungs-Verband weiter marschiert und Cantonnement bezogen in Crecy [Crécy-la-Chapelle] Mittags 1 Uhr.

Den 16.9.70. Ausgerückt aus Crecy [Crécy-la-Chapelle] um 8 Uhr und Cantonnement bezogen Mittags um ½ 2 Uhr in Fontenay. –

Vorm. Lieut. von. Rothenburg wurde von der Batterie abcommandiert und mit der Führung der 5ten leichten Batterie beauftragt.

Den 17.9.70. Früh 7 Uhr ausgerückt aus Fontenay und Nachmittags ½ 5 Uhr Cantonnement in Mandres [Mandres-les-Roses] bezogen, –

Den 18.9.70. Früh 5 Uhr Abmarsch aus Mandret [Mandres-les-Roses]; um 8 Uhr die Seine passiert bei Villeneuf [Villeneuve-Saint-Georges] und Cantonnement in Palaiseau Nachm. 5 Uhr bezogen.

Den 19.9.70. Früh ¾ 5 Uhr aus Palaiseau ausgerückt, zwischen 9 und 10 Uhr wurden die 4 Batterien der Abtheilung nach dem in der Richtung von Villacoublay vernehmbaren Kanonendonner im Trabe hindirigirt. Dort angekommen blieben sie als Reserve halten und kamen nicht zur Verwendung. Um Mittag wurde der Marsch gegen Versailles fortgesetzt. Diese Stadt Stadt gegen 3 Uhr passirt und um 5 Uhr von der Batterie Bivouak bei Chesnay [Le Chesnay] bezogen.

Den 20.9.70. Blieb die Batterie im Bivouak bei Chesnay stehen.

Den 21.9.70. Mittags ¾ 12 Uhr rückte die Batterie in Allarmquartiere nach Bougival ab. Das Detaschement zu dem die Batterie gehört war unter Kommando des Oberst Eberhard und löste die Vorposten um 3 Uhr in Bougival ab.

Den 22.9.70. Die Batterie blieb auf Vorposten in Bougival.

Den 23.9.70. Nachmittags 3 Uhr wurde die 6te schwere Batterie von der 2ten leicht. Batterie auf Vorposten abgelöst und rückte um ¾ 4 Uhr nach dem Cantonnement Marly le roi ab und traf dort um 5 Uhr Abends ein.

Den 24.9.70. Die Batterie blieb im Cantonnement Marly le roi.

Den 25.09.70. (Sonntag) Die Batterie marschierte um 7 Uhr nach Beauregarde woselbst in der Nähe Feldgottesdienst abgehalten wurde, von da aus marschierte sie in das Cantonnement du Chesnay eingerückt um 12 Uhr.

Den 26.9.70. Die Batterie blieb in du Chesnay. –

Den 27.9.70. Dasgl.

Den 28.9.70. Dasgl.

Den 29.9.70. Früh ½ 8 Uhr wurde die Batterie durch eine von der Abtheilung abgeschickte Ordonnanz allarmirt und marschierte nach dem Allarmplatze bei Beauregarde [Beauregard] um 10 Uhr rückte die Batterie wieder in du Chesnay ein und marschierte um ½ 1 Uhr nach Bougival ab, woselbst sie die dort auf Vorposten stehende 5te schwere Batterie ablöste. Dort wurde der Bau eines Geschützemplacement für 6 Geschütze von der Bedienungsmannschaft sofort in Angriff genommen.

Den 30.9.70. Die Batterie blieb auf Vorposten in Bougival. Das Geschützemplacement wurde beendet. –

Den 1.10.70. Ablösung in Bougival durch die 5te schwere Batterie Nachm. um 3 Uhr. Die Batterie rückte Nachm. 5 Uhr in das Cantonnement du Chesnay.

Den 2.10.70. Die Bedienungsmannschaft baute ein Geschützemplacement bei Beauregarde [Beauregard]

Den 3.10.70. Beendigung des Baues bei Beauregarde [Beauregard]. –

Den 4.9.70. Die Batterie blieb bei Chesnay stehen.

Den 5.10.70. Wurde durch die Bedienungsmannschaft Vorbereitung zum Anfertigen von Bedienungs-Material getroffen, es wurden 2 Faschinenbänke aufgeschlagen und Material zu Faschinen und Schanzkörben herbeigeschafft, die Arbeit dauerte von früh ½ 8 Uhr bis Mittags 2 Uhr .

Den 6.10.70. Spannte die Batterie früh ¼ 6 Uhr an und blieb im Geschützpark halten bis um 9 Uhr, dann marschierte die Batterie nach den Allarmplatz bei Beaugarde [Beaugard] und von da um ½ 11 ab zum Ablösen der 5ten schweren Batterie nach Bougival woselbst sie um ¾ 12 Uhr eintraf.

Den 7.10.70. Nachmittags 2 ¼ Uhr ließ mir der Kommandeur der äußersten Vorposten mittheilen, daß sich feindliche Truppen aus allen 3 Waffen bestehend gegen Chatou hinbewegen. Hierauf hin ließ ich sofort die Batterie ausrücken, dieselbe stand mit Ausnahme des 1ten Zuges der nach meinem Befehl gerade abgestellt hatte, nach 3 Minuten zum Abmarsch bereit. Ich befehligte nun den 3ten Zug unter Befehl des Second Lieutenant Schmidt zur Besetzung des Geschützemplacements an der Straße nach Rueil und ritt voran um mich vorn näher zu informieren. Da das Fort Valerien den Ort Bougival und die Höhen über demselben beschoß, ließ ich den 3ten Zug Position nehmen und die Protzen rechts in den Weg hineinfahren, ritt dann zurück und führte die beiden anderen Züge in das Geschützemplacement an der Seine. Auf der Straße nach Bougival die in Rueil selbst eine Biegung nach Osten macht versuchte der Feind verschiedentlich vorzugehen, er kam in Abtheilungen von 20 bis 50 Mann über die Straße und wurde daselbst auf 1400 [Schritt] vom 3ten Zug beschoßen, die Abtheilung machten jedesmal kehrt und gingen wieder zurück. Die 4 Geschütze an der Seine thaten 2 Schuß gegen Recognoscirungstrupps, die sich gegen Chatou bewegten und 3200 [Schritt], dieselben zogen sich danach wieder zurück. Die Batterie hat im Ganzen 7 Schuß gethan. Nach dem 2ten Schuß brach Feuer in Rueil aus. Der 3te Zug bivouakierte in seiner Stellung. Der übrige Theil der Batterie rückte Abends 6 Uhr nach den Quartieren in Bougival ab. Verluste hat die Batterie nicht gehabt. –

Um 11 Uhr Abends wurde die Batterie wieder alarmirt und rückten die 4 Geschütze auf Befehl des Abschnitts-Kommandeurs Oberst Eberhard in das Geschützemplacement an der Seine weil angeblich in der Nähe von Rueil circa 2000 Schritt vorwärts eine Batterie gebaut werde. Nachdem ausgefasste Patriuillen das Grundlose des Allarms überhaupt festgestellt, erhielten die 4 Geschütze um 3 Uhr Nachm. den Befehl wieder einzurücken.

Den 8.10.70. Früh 5 Uhr spannte die Batterie an und verblieb im Geschützpark in Bereitschaft bis um ½ 7 Uhr. Der 1te Zug löste um diese Zeit den 3ten Zug im Geschützemplacement an der Barrikade ab. Um 11 Uhr erhielt auch dieser Zug den Befehl wieder einzurücken. Abends um 11 Uhr schlugen schwere Granaten in der Nähe des Geschützparks ein und ließ ich deshalb sofort die Geschütze einzeln hintereinander dicht ab die auf der rechten Seite stehende Häuserreihe anfahren.

Den 9.10.70. Früh 5 Uhr rückte die Batterie wieder wie gestern in den Park und um 6 Uhr wieder in die Ställe und verblieb daselbst vollständig zum Ausrücken fertig bis 8 Uhr stehen. – Abends um ¾ 11 Uhr ab wurde Bougival wieder vom Forts Valerien beschoßen, um ½ 12 Uhr wurde die Batterie wieder allarmirt, weil sich feindliche Truppen von Westen her gegen das Forts Valerien bewegten, die Batterie erhielt nach einer halben Stunde den Befehl wieder einzurücken und in den Ställen bereit zu stehen. Um 2 Uhr Nachts wurde diese Bereitschaft wieder aufgehoben.

Den 10.10.70. Früh 5 Uhr wie gestern. Um ½ 1 Uhr wurde Bougival, namentlich der Beobachtungsposten bei la Jonchère bis gegen 2 Uhr beschossen.

Den 11.10.70. Früh 5 Uhr wie gestern. Von 11 bis 1 Uhr wurde Bougival vom Forts Valerien kräftig beschossen. Um 2 Uhr wurde die Batterie durch die 5 leichte Batterie abgelöst und bezog dieselbe gegen ½ 3 Uhr das Cantonnement Grand Chesnay.

Den 12.10.70. Die Bedienungs-Mannschaft ging früh ½ 8 Uhr zur Straucharbeit. Um 2 Uhr wurde die 10te Division alarmirt und rückte um ½ 5 Uhr wieder in das Cantonnement.

Den 13.10.70. Straucharbeit von früh ½ 8 Uhr bis Mittags 2 Uhr. –

Den 14.10.70. Straucharbeit von früh ½ 9 Uhr bis Mittags 2 Uhr.

Den 15.10.70. Straucharbeit wie gestern.

Den 16.10.70. Straucharbeit wie bisher. –

Den 17.10.70. Früh 11 Uhr rückte die Batterie auf den freien Platz im Park zu Beauregarde [Beauregard] woselbst Se. Königliche Hoheit der Kronprinz eine Anzahl Eiserne Kreuze an die 90te Division vertheilte. Hiernach Parademarsch vor Sr. Königl. Hoheit.

Den 18.10.70. wie 16.10.70.

Den 19.10.70. wie am 16ten.

Den 20.10.70. dasgle.

Den 21.10.70. Die Anfertigung des Batteriebaumaterials restirte statt dessen fertigte die Bedienungs-Mannschaft um ½ 8 Uhr bis 2 Uhr Bekleidungsmaterial für die Sappenarbeiten.

Nachmittags 2 Uhr wurde die Batterie allarmirt und marschierte hinter dem 2ten Bataillon des 37ten Regiments gefolgt von dessen 3ten Bataillon nach la Salle St. Cloud, in diesem Orte selbst verblieb sie in Reserve während des Gefechts bei Bougival, die Granaten vom Forts Valerien schlugen mehrfach in der Nähe der Batterie ein leicht verwundetes Pferd, um 6 Uhr rückte die Batterie wieder in ihr Cantonnement Grand Chesnay ein.

Den 22.10.70. Anfertigung von Bekleidungsmaterial wie am 21ten.

23.10.70. wie am 21ten

24.10.70. dasgle.

25.10.70. desgle.

26.10.70. Früh ½ 9 Uhr Abmarsch nach Bougival, Einrücken daselbst um ¾ 10 Uhr. Die Batterie blieb in ihrem Verhältniß als Batterie der Haupt-Reserve und erhielt die Auflage bei etwaigem Allarm die Geschütz-Emplacements in der Nähe der Seine zu besetzen. Die Bedienungsmannschaften arbeiteten die Nacht über an diesem Emplacement.

Den 27.10.70. Die Batterie baute in der Nacht ein Geschützemplacement bei Malmaison für 2 Geschütze.

Den 28.10.70. Fortsetzung der Arbeit vom 27ten die Nacht hindurch.

Den 29.10.70. Die Batterie löste die 6te leichte Batterie Nachmittags 3 Uhr aus Vorposten ab. Die Nacht hindurch Fortsetzung der Arbeit vom 27ten. –

Den 30.10.70. Die Batterie blieb auf Vorposten in Bougival.

Den 31.10.70. Vorm. 9 Uhr marschierte die Batterie mit Zurücklaßung nur eines Zuges (1ter Zug unter Sec. Lieutenant Wild) in das Cantonnement Louveciennes ab und trat daselbst in die Haupt-Reserve zurück mit der Auflage bei entstehendem Allarm auf den Allarmplatz nach Beauregarde zu rücken.

Der Zug in Bougival zählte zu den Vorposten und hat Stellung an der Barrikade von Rueil genommen, die Pferde sind in der Nähe in Ställen untergebracht. Die Protzen stehen dicht bei der Barrikade hinter einem Hause, in diesem Hause das bombensicher eingedeckt ist sind die Bedienungsmannschaften untergebracht.

Den 1.11.70. Die Batterie verblieb in dem angegebenen Verhältniße vom 31.10.70.-

Den 2.11.70. Wie am 31/10 70.

Den 3.11.70. dasgle.

Den 4.11.70 Nachm. 3 Uhr wurde der Zug in Bougival durch einen Zug der 5. leichten Batterie abgelöst und rückte in das Cantonnement Louveciennes ein. Die Batterie erhielt eine andere Verwendung, sie sollte für den Fall eines Allarms stellung auf der Höhe bei St. Michel nehmen und gegen Rueil hin wirken. Für den Fall des Zurückgehens der 10ten Division in die Stellung von Beauregarde sollte die Batterie in einer Stellung bei les Cresset das [Delouchieren?] der feindlichen Truppen aus la Celle St. Cloud verhüten.

Den 5.11.70. Die Bedienungsmannschaft richtete Geschütz-Emplacement bei St. Michl ein.

Den 6.11.70. dasgle

Den 7.11.70. dasgle

Den 8.11.70. dasgle

Den 9.11.70. Dasgle. Die Arbeit an dem Geschützemplacement wurde beendet. Dasgle die Ausbesserung der dahin führenden Wege zu Ende geführt.

Den 10.11.70. Die Batterie verblieb in Louveciennes.

Den 11.11.70. dasgle

Den 12.11.70. dasgle

Den 13.11.70. Nachmittags gegen 4 Uhr fielen vom Forts Valerien aus 4 Granaten in die ersten Häuser von Louveciennes resp. Voisin ohne Schaden zu verursachen. –

Den 14.11.70. Wie am 10.11.70.

Den 15.11.70. dasgle

Den 16.11.70. dasgle

Den 17.11.70. dasgle

Den 18.11.70. dasgle.

Den 19.11.70. Es wurde an den Geschützemplacements bei St. Michel durch die Bedienungsmannschaft die Arbeit wieder aufgenommen, die Emplacements wurden verstärkt. –

Den 20.11.70. Dasgle wie am 19.11.70.

Den 21.11.70. Dasgle.

Den 22.11.70. Vorm. 9 Uhr rückte Batterie auf Vorposten auf St. Michel ab und traf daselbst um 9 ½ Uhr ein zur Ablösung der 6ten leichten Batterie. –

Den 23.11.70. Die Batterie verblieb in St. Michel.

Den 24.11.70. Dasgle

Den 25.11.70. Dasgle

Den 26.11.70. Dasgle

Den 27.11.70. Dasgle

Den 28.11.70. Um ½ 10 Uhr früh wurde die Batterie durch die 5te leichte Batterie abgelöst und marschierte nach Gr. Chesnay.

Den 29.11.70. Früh ½ 10 Uhr wurden die Pferde der Batterie von einer Commission unter Vorsitz des Obersten Schon vom 14ten Dragoner-Regiment untersucht. Diese Untersuchung wurde um ½ 11 Uhr durch eine Allarmirung der 10ten Division unterbrochen. Die Batterie marschierte nach dem Allarmplatze bei Beauregarde und rückte um 12 Uhr wieder ein.

Den 30.11.70. Beendigung der Pferdeuntersuchung durch die genannte Commission.

Den 1.12.70. blieb in Gr. Chesnay

Den 2.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 3.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 4.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 5.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 6.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 7.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 8.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 9.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 10.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 11.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 12.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 13.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 14.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 15.12.70. verblieb die Batterie in Gr. Chesnay

Den 16.12.70. rückte die Batterie um ½ 8 Uhr auf den Allarmplatz bei Beauregarde und verblieb daselbst bis die Vorposten bei Bougival abgelöst waren, hiernach gegen 9 Uhr marschierte sie nach dem Cantonnement St. Michel ab.

Den 17.12.70. Die Batterie verblieb in St. Michel.

Den 18.12.70. Die Batterie in St. Michel.

Den 19.12.70. Die Batterie in St. Michel

Den 20.12.70. Die Batterie in St. Michel.

Den 21.12.70. Früh 9 Uhr wurde die Batterie allarmirt und später in die Stellung bei St. Michel beordert da sich keine feindlichen Kräfte gegen Rueil hin zeigten, wurde das Einrücken der Batterie gegen 11 Uhr befohlen.

Den 22.12.70. Die Batterie wurde um 8 Uhr durch die 5te leichte Batterie abgelöst und marschirte in das Cantonnement Petit Chesnay.

Vom 22.12.70 bis zum 9.1.71. verblieb die Batterie in Petit Chesnay.

Den 9.1.71. Die Batterie löste früh 9 Uhr die 6[te] leichte Batterie in St. Michel ab.

Den 10.1.71. Die Batterie verblieb in St. Michel.

Den 11.1.71. Nachmittags ½ 2 Uhr rückte die Batterie auf Divisionsbefehl in die Geschützemplacements bei St. Michel und feuerte gegen den Bahnhof von Rueil auf 5300 [Schritt]; nach den Meldungen des Patroiullen hatte die Batterie 2 Treffer in das Bahnhofsgebäude und 1 Treffer in die daneben gelegene Schanze, einige Granaten gingen zu kurz und einige zu weit. Die Beobachtung vom Geschützstand war wegen des Schnees und der etwas nebligen Luft nicht möglich. Nachdem die Batterie 20 Schuß abgegeben hatte, rückte sie wieder ein. –

Den 12.1.71. Die Batterie verblieb in St. Michel.

Den 13.1.71. Die Batterie verblieb in St. Michel.

Den 14.1.71. Früh ¾ 6 Uhr rückte der 1te Zug in eine Stellung auf la Jonchère um die auf 1500 [Schritt] vor den dieseitigen Vorposten gelegene Villa Crochas zu beschießen. Sie Sache kam nicht zur Ausfphrung, weil ein dichter Nebel die Sicht nach der Villa verhinderte um 10 Uhr marschierte der Zug wieder nach dem Cantonnement ab.

Den 15.1.71. Wurde die Villa Crochar von la Jonchère aus auf 2900 [Schritt] beschossen, der 1te Zug gab 4 Schuß ab und hatte davon 3 Treffer in das Haus, –

um 9 Uhr wurde die Batterie in St. Michel durch die 5te schwere Batterie abgelöst, um ½ 11 Uhr rückte sie in dem Cantonnement Gr. Chesnay vor. –

Den 16.1.71. Die Batterie blieb in Gr. Chesnay

Den 17.1.71. Die Batterie blieb in Gr. Chesnay

Den 18.1.71. Die Batterie blieb in Gr. Chesnay

Den 19.1.71. Vorm. ¾ 10 Uhr wurde die Division allarmirt, die Batterie erhielt den Befehl sich der auf Vorposten befindlichen 20 Infanterie-Brigade zur Disposition zu stellen. Die Batterie marschierte deshalb sofort nach la Celle St. Cloud ab und erhielt dort vom General v. Walther den Befehl in die Emplacements am Schwanenteich einzurücken. Gegen 12 Uhr kam der Brigadebefehl, daß 4 Geschütze der Batterie nach der Stellung bei bei St. Michel abrücken sollten um die bei Rueil placirte feindliche Artillerie zu beschießen, eben dortselbst abgelangt, wurden diese 4 Geschütze auf Divisionsbefehl wieder nach dem Schwanenteiche zurückbeordert, hier verblieb die Batterie bis zur Beendigung der Schlacht in einer Stellung die ringsum von Wald umgeben ihr nicht gestattete auch nur einen Schuß zu thun, da sich ihr keinerlei Ziel darbot, während sie anhaltend feindliches Artillerie- und Infanterie-Feuer erhielt, ohne indeß dadurch Verluste erhalten zu haben.

Den 20.1.71. Die Batterie verblieb in Gr. Chesnay.

Den 21.1.71. Die Batterie verblieb in Gr. Chesnay.

Den 22.1.71. Die Batterie verblieb in Gr. Chesnay.

Den 23.1.71. Die Batterie verblieb in Gr. Chesnay.

Den 24.1.71. Die Batterie verblieb in Gr. Chesnay.

Den 25.1.71. Nachmittag 4 Uhr marschirte auf Divisionsbefehl der 1te Zug nach la Jonchère und gab dort 3 Schuß nach der Batterie am gesprengten Haus und 3 Schuß nach er Villa Crochar ab, nach letzterer wurden 3 Treffer beobachtet, während nach ersterem Ziele der Nebel die Beobachtung erschwerte. –

Den 26.1.71. Die Batterie löste früh 9 Uhr die 6te leichte Batterie auf Vorposten St. Michel ab. –

Den 28.1.71. Die Batterie rückte auf Divisionsbefehl Nachm. 2 Uhr in die Emplacements bei St. Michel und feuerte nach Rueil und dem Bahnhof von Rueil, sowie den daselbst gelegenen Geschützemplacements. Auf Corpsbefehl wurde um 3 Uhr das Feuer eingestellt. Die Batterie hatte 34 Schuß abgegeben, ohne daß ihr Feuer erwidert wurde.

Den 29.1.71. Um ½ 9 Uhr marschierte die Batterie nach dem Kiosk der Kaiserin, dort erhielt sie die Mittheilung, daß sie mit zur Besetzung des Mt. Valerien bestimmt sei. Hptm. Schmedes wurde zu der Commission commadirt die das Material der Forts Valerien zu übernehmen hatte und marschierte um 1 Uhr dahin ab. Sec. Lieut. Wild führte um 3 Uhr die Batterie nach dem Forts und traf um ½ 5 Uhr daselbst ein; die Batterie rückte dort in Cantonnementsquartier.

Den 30.1.71. Die Batterie verblieb auf dem Forts Valerien.

Den 31.1.71. Die Batterie verblieb auf dem Forts Valerien.

Den 1.2.71. Die Batterie verblieb auf dem Forts Valerien.

Den 2.2.71. Die Batterie verblieb auf dem Forts Valerien.

Den 3.2.71. Nachmittags 4 Uhr rückte die Batterie nach Rueil ins Quartier. Hptm Schmedes gab die Geschäfte des Platzes vom Forts Valerien an den Hptm. Keil des Festgs-Artillerie-Regiments Nr. 5 ab.

Den 4.2.71. Die Batterie verblieb in Rueil.

Den 5.2.71. Die Batterie verblieb in Rueil.

Den 6.2.71. Die Batterie verblieb in Rueil.

Den 7.2.71. Die Batterie verblieb in Rueil.

Den 8.2.71. Früh 9 Uhr marschierte die Batterie nach Bougival.

Den 9.2.71. Die Batterie rückte um 7 Uhr aus und marschierte über Versailles nach Longpont woselbst sie Abends um 6 Uhr einrückte.

Den 10.2.71. Ausgerückt um ½ 8 Uhr und eingerückt Nachmittags um 2 Uhr in Cuni [Cuny?].

Den 11.2.71. Ausgerückt um ¾ 8 Uhr und eingerückt Nachmittags 3 Uhr in Nanteaux.

Den 12.2.71. Ruhetag in Nanteaux.

Den 13.2.71. Abmarsch um 7 Uhr früh. Ankunft in le Veau [Le Veau Laurent?] Nachmittags 2 Uhr.

Den 14.2.71. Ausgerückt um 8 Uhr früh, eingerückt Nachmittags ½ 2 Uhr in Ouzoere [Ouzouer-sur-Loire].

Den 15.2.71. Ausgerückt früh 7 Uhr, eingerückt in les Brosses nachm. 3 Uhr.

Den 16.2.71. Nachm. ½ 2 Uhr ausgerückt aus les Brosses, eingerückt um ½ 5 Uhr in Gien.

Den 17.2.71. Früh ½ 9 Uhr wurde das Cantonnement allarmirt weil jenseits der Loire am Ende der Brücke eine Barikade errichtet und von da aus Schiffe gefallen waren, ein Zug wurde am diesseitigen Ufer aufgestellt und verblieb daselbst zur eventuellen Verwendung durch den Divisions-Commandeur jedoch ohne Bespannung stehen.

Den 18.2.71. Der Zug an der Loue wurde eingezogen.

Den 19.2.71. Vorm. 8 Uhr marschierte die batterie in ein Cantonnement la grosse Pière [La Grosse Pierre] und chetif puits [Chétif Puits]; es wurden zunächst eine ziemliche Reparatur des gesammten Materials des Anzuges vorgenommen, ferner diejenigen Pferde ausgewählt, die die batterie bei einer Reduction auf den Friedensfuß zu erhalten beabsichtig. Täglich fanden Park- und Exerziruebungen statt. – Die ganzen Fahrer wurden ausgewählt und dafür zur Entlaßung kommende Fahrer zur Bedienung gesetzt. Die jungen Fahrer erhielten Pferde zugetheilt, sie hatten täglich Reitunterricht in Pferdepflege, Geschirrkenntniß ect.

Den 10.3.71. früh 7 Uhr ausgerückt aus Chetif-puits eingerückt in Ouzouère sur la Trezè [Ouzouer-sur-Trézée].

Den 11.3.71. ausgerückt früh 7 Uhr aus Ouzuère eingerückt um 1 Uhr in Sept Fonds. –

Den 12.3.71. Ausgerückt früh 7 Uhr aus Sept Fonds eingerückt um 2 Uhr in Leugny. –

Den 13.3.71. Ausgerückt früh 7 Uhr aus Leugny, eingerückt um 2 Uhr in St. Brie [Saint-Bris-le-Vineux]. –

Den 14.3.71. Ruhetag in St. Brie [Saint-Bris-le-Vineux].

Den 15.3.71. Ausgerückt früh 7 Uhr aus St. Brie [Saint-Bris-le-Vineux] eingerückt um 2 ½ Uhr in Sacy.

Den 16.3.71. Früh ½ 8 Uhr ausgerückt aus Sacy eingerückt um 2 ½ Uhr in St. André en terre pleine.

Den 17.3.71. früh 8 Uhr ausgerückt aus St. André, eingerückt um 12 ½ Uhr in Courcelles les Fremois [Courcelles-Frémoy].

Den 18.3.71. früh ½ 8 Uhr ausgerückt aus Courcelles eingerückt um 1 ½ Uhr in Clamerey. – Die Batterie lag in 3 Ortschaften vertheilt.

Den 19.3.71. Ruhetag in Clamerey.

Den 20.3.71. Vormittags 7 Uhr ausgerückt aus Clamerey, eingerückt um 1 Uhr in Sombernon. –

Den 21.3.71. früh 7 Uhr ausgerückt aus Somberon, eingerückt um ½ 2 Uhr in Velars sur Ouche. –

Den 22.3.71. ausgerückt früh 9 Uhr aus Velars, Revue um 12 Uhr in Dijon vor Sr. Excellenz dem General von Manteufel, eingerückt um 4 Uhr in Arcelot.

Den 23.3.71. Vormittags 7 Uhr ausgerückt aus Arcelot, eingerückt um 12 Uhr in St. Sauveur.

Den 24.3.71. Ausgerückt früh 7 Uhr aus St. Sauveur eingerückt um 1 Uhr in Gray.

Den 25.3.71. Ruhetag in Gray. –

Den 26.3.71. ausgerückt früh ½ 8 Uhr aus Gray, eingerückt um ½ 2 Uhr in St. Maurice.

Den 27.3.71. Früh 7 Uhr ausgerückt aus St. Maurice eingerückt um 1 Uhr in Mailley. –

Den 28.3.71. Früh 7 Uhr ausgerückt aus Mailley eingerückt um 11 Uhr in Dampière les Montbozon.

Den 29.3.71. Ruhetag in Dampière.

Den 30.3.71. Früh 7 Uhr ausgerückt aus Dampière eingerückt um 11 ½ Uhr in Noroy les Bourg. –

Den 31.3.71. Vorm. 7 Uhr ausgerückt aus Noroy und um 11 Uhr Standquartier bezogen in Lure. –

Vom 31.3.71. bis 26.5.71. verblieb die Batterie in Lure. Es wurde täglich in 3 und wöchentlich 3 mal in 4 Reitklassen geritten; es fanden täglich Exercirübungen statt, desle. Uebungen im Wacht-Dienst, Honneures, militairischen Meldungen…. Täglich Vortrag in 3 Kanoniersklassen und 3mal in der Woche für die Avancirten… Soweit sich das Etablissement des Materials und der Bekleidung bewirken ließ, wurde dasselbe ausgeführt.-

Den 28.4.71. Wurde die Batterie durch Se. Excellenz, denm Herrn Divisions-Commandeur General Lieutenant von Schmidt besichtigt. –

Den 3.5.71. Wurde die Batterie durch den Herrn Abtheilungs-Commandeur, Oberstlieutenant Röhl besichtigt. –

Den 15.5.71. Führte die Batterie einen Uebungsmarsch mit den eingestellten jungen Fahrern aus. –

 

Eintrag auf der letzten Seite:

21.9.70.

Trains u. Colonnen bleiben bis auf Weiteres bei Jouny. Die große Bagage der Truppen ist von der Division morgen früh heran zu ziehen – Morgen früh 8 Uhr empfängt jeder Brigadestab eine, jedes Bataillon zwei, jede Eskadron eine, jede Batterie eine, beide Pion.Komp. zusammen einen Wagen von d. Prov. Kol. der Division und behält denselben vorläufig. Die Prov. Kol. der Division wird morgen ausgelöst – Die Bestände an Kaffe, Reis, Salz, Brot pp wurden vertheilt und können von den Truppen offerirt werden.

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Kriegstagebuch von Georg Wilhelm Schmedes vom 27. Juli 1870 bis 15. Mai 1871