Kriegstagebücher und Kriegserinnerungen

Texte und Kontexte

Kriegstagebuch des Gefreiten Gustav Goebel beim Reserve Feldartillerie Regiment 22 (2. April 1915 – 6. August 1916)

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Karl Gustav Goebel wurde am 19. März 1889 in Epterode Großalmerode und verstarb am 31. März 1963 in Witzenhausen. Sein Vater, der Fabrikarbeiter Andreas Goebel (*1846) verstarb bereite 1889 im Alter von 43 Jahren. Seine Mutter war Marie Goebel, geb. Horn (*1853-†1908) stammte, wie auch sein Vater, gebürtig aus Eptenrode. Gustav Goebel übte, wie in der Heiratsurkunde nachzulesen ist, den Beruf des Buchhalters aus. Am 11. Mai 1878 heiratete er Katharine Auguste, geb. Horn (*1889-†1981), die ebenfalls gebürtig aus Epterode Großalmerode. Ihre gemeinsame Tochter war Hilde (*12. April 1914-†5. März 2006), die Goebel liebevoll „Hildchen“ im Kriegstagebuch nennt.

Gustav Goebel rückte bereits am 2. August 1914 in den Krieg ein, wie er in seinem Kriegstagebuch schreibt. Das Kriegstagebuch beginnt mit der Eintragung:

An Stelle des am 25/7.15 auf dem Wege nach Chauny verlorenen Tagebuches[.]

Er hatte also sein Kriegstagebuch am 25. Juli 1915 auf dem Weg nach Chauny verloren und fing deshalb in einem anderen Heft von Neuem an. Die Einträge beginnen am 2. April 1915. Er hat also den Zeitraum von April bis Ende Juli 1915 nachgetragen. Er diente damals als Gefreiter in der 1. Batterie des Reserve Feldartillerie Regiments 22. Im April 1915 war sein Regiment südlich von Noyon eingesetzt. Am 12. Juni 1915 ist Goebel dann in seinem Heimatort Großalmerode eingetroffen. Er hatte Sonderurlaub bekommen, da seine Schwester schwer krank war. Sie verstarb am 14. Juni 1915 und wurde am 17. Juni 1915 zu Grabe getragen. Am 19. Juni reiste Gustav Goebel dann wieder an die Front. Im November 1915 wurde die Einheit dann aus der Front herausgelöst und in den Raum Amange verlegt. Am 11. Dezember wurden die Einheit an die Aisne nach Attigny verlegt. Ende Januar erfolgte dann die Verlegung aus der Champagne zunächst nach Baâlons. Ab dem 6. März 1916 nimmt die Einheit an der Schlacht von Verdun teil. Hierzu schreibt Goebel:

Am Morgen des 6.3.1916 sind wir von der Madaleinenferme abmarschiert über Brieulles, Vilosnos, Bahnhof Consevoye [Consenvoye] nach dem Walde bei Forges [Forges-sur-Meuse], wo unsere Batterie im Abteilungsverbande im schwersten feindlichen Feuer einfahren mußte. Schnee u. Regen wechselten ab, es herrschte furchtbare Kälte. Unsere Division griff an, erstürmte Regneville [Regnéville-sur-Meuse], Forges [Forges-sur-Meuse], den Chaurettes [Caurettes]- u. Rabenwald, Teile des Toten Mannes und zuletzt noch Cumieres [Cumières-le-Mort-Homme]. Was hier geleistet worden ist, kann nicht belohnt werden. 14 lange Wochen in dieser Hölle, jeder Tag neue Verluste, Wasser in den Unterständen bis zum Meter hoch, Schießen und Schanzen bei Tag u. Nacht, Protzen lagen 4 Wochen im Freien an dem Bahndamm bei Consenvoye, kamen dann ins Sägewerk bei Vilosnes.

Am 12. Juni 1915 wurde die Einheit dann abgelöst und kam dann zur Ruhe in die Nähe von La Capelle, nordöstlich von Hirson. Allerdings weilte Goebel vom 4. bis 17. Juni 1916 auf Urlaub in der Heimat.

Am 31. Juni 1916 wurde die Einheit alarmiert und kam in den Raum Péronne an die Front an der Somme verlegt. Am 23. Juli 1916 wurde die Einheit dann abgelöst und kam über St. Quentin nach La Fère. Am 6. August 1916 kam Goebel wieder an die Front. Der Kriegstagebuch endet mit hier.

Die weiteren Seiten blieben unbeschrieben. Auf einer leeren Seite wurde das Foto eines Soldaten eingeklebt, das leider nicht beschriftet ist. Es könnte sich bei dem Soldaten auf dem Foto um Gustav Goebel handeln.

Eingeklebtes Foto eines Soldaten, vermutlich Gustav Goebel
Erste Seite des Kriegstagebuches von Gustav Goebel
Auf der rechten Seite ist der Name Gustav Goebel zu lesen. Die Aufzeichnungen beginnen jedoch vom anderen Ende des Heftes.

Kriegstagebuch des Gefreiten Gustav Goebel beim Reserve Feldartillerie Regiment 22 (2. April 1915 – 6. August 1916)

An Stelle des am 25/7.15 auf dem Wege nach Chauny verlorenen Tagebuches

 

2.4.15 (Karfreitag)

Mit dem heutigen Tage beginnt mein weiteres Tagebuch. Ich danke meinem lieben Gott unterm Kreuze von Golgatha, daß ich auch diesen Tag noch erleben durfte. Möge uns Gott bald einen siegreichen Frieden bescheren damit wir wieder in unseren gemütlichen Heime bei unseren Lieben in Ruhe weiterleben können.

4.5.15

Gefr. Reh bis aus weiteres nach Deutschland kommandiert.

5.4.15

Gefrt. Engmann wegen Mittelohrentzündung ins Lazarett Coucy le-Chateau.

7.5.15

Heute Stellungswechsel vorgenommen und nach Selens zum Exerzieren gekommen.

27.4.15

Außer Exerzieren und einigen kleinen Veränderungen nichts Besonderes.

Wachtmeister Knoch wegen kranken Fuß ins Lazarett Trosly-Loire.

Gefrt. Engemann zurück.

30/4.15

In der Nacht zum 1/5. wieder in die alte Stellung bei Vassens eingerückt.

1.5.15

Kriegsfr. Rehberg, Cornelius, Schanze zu überz. Gefrt. Befördert.

2.5.15

V.W. Bernemann zu 6/28 versetzt.

5.5.

Seelig, Thielecke u. Lehmann zu überz. Untffz. befördert.

18.5. Wachtmeister Knoch aus dem Lazarett Trosly-Loire zurück.

20.5.15 V.W. Bartholomäus durch Schrapnellsteckschuß im Rücken verwundet. Mit dem Auto ins Lazarett Trosly-Loire. Untffz. Bleibler Eis. Krz. II. Kl.

1.6.15

Leutnant Rühl zum Regtsstab und Lt. Degenhardt vom Regtsstab zur Batterie versetzt.

6.6.15-8.6.15

Heftige Durchbruchsversuche beim 9ten Korps bei Moulin-sus-Touvent [Moulin-sous-Touvent]. Gelangten bis in unsere vordersten Gräben.

10.6.15

Gefrt. Rüppel ins Lazarett Trosly-Loire (leichte Verletzung an Augen, Händen u Gesicht). Blindgänger geöffnet.

12.6.15

Fahrer Schmidt aus dem Lazarett Barisis [Barisis-aux-Bois] zurück. War heute infolge eines Telegramms an das Bette meiner heftig erkrankten Schwester geeilt. Kam Sonnabend, den 12.6.15 Abds. ½ 6 Uhr in Cassel über Charleville, Metz, Frankfurt – Bebra an, habe meine Schwägerin aufgesucht und sind wir dann zusammen nach Großalmerode gefahren, wo wir Abends um ½ 10 Uhr eintrafen. Mein Bruder Carl war am Bahnhof und holte uns ab. Wir gingen gleich nach meiner kranken Schwester, wo ich meine liebe Auguste auch traf u. begrüßte. Außerdem waren mein Schwager Carl, oben Karoline, August, Dina und Jahnsen da. Meine Schwester lag totenbleich und furchtbar abgemagert auf dem Bette. Etwas konnte sie mich trotz ihrer Schwäche doch noch erkennen. Wer hätte sich ein solches Wiedersehen ausgedacht, als ich sie am 2/8.14 gesund und kräftig verließ, um in den Krieg zu ziehen.

Sind denn nach vorne gegangen und sind um 2 Uhr zur Ruhe gegangen. Mein kleines Mäuschen lag im Bett, war jedoch nicht wach zu kriegen.

Sonntag, 13.6.15

Nachdem der Tag graute, meldete sich auch mein kleines Hildchen und wollte zu ihrer Mutter, wo sie so schön sprechen konnte. Neben mich verstummte sie erst, gewöhnte sich aber schnell an mich und kletterte nach kurzer Bekanntschaft auf mir herum. Nachdem wir Kaffee getrunken hatten und uns angekleidet hatten besuchten wir den Gottesdienst. Nachdem habe ich noch verschiedene begrüßt und darnach wieder meine Schwester aufgesucht. Bei der war es noch so, wie am vorherigen Tage. Nachmittag hatten wir Besuch von Epterode.

Montag, 14.6.15

Heute auf dem Rathaus gewesen und mich angemeldet. Nachmittags gegen 2 Uhr ist meine Schwester sanft im Herrn entschlafen. Ich konnte ihr die Augen zudrücken. Sie hat einen guten Kampf gekämpft, darum möge ihr die Erde leicht sein. Der Arzt stellte Magen- und Leberkrebs fest. Die Augen meiner heißgeliebten Schwester sind nun auf immer gebrochen. Kein freundliches Lächeln empfängt einen beim Eintreten in den vertrauten Raum. Wer weiß, was sie für mich gewesen ist, kennt meinen großen Schmerz um sie, meine einzige liebe Schwester. Haben Nachmittag Beerdigung und Sarg bestellt.

Dienstag, 15.6.

Heute Direktor A. aufgesucht. Heute Abend in Epterode gewesen. Haben dann noch etwas Dünger nach der Schulwiese gefahren und Bohnenstangen gesteckt.

Mittwoch, 16.6.

Heute auch wieder auf der Schulwiese gearbeitet. Sonst zu Hause verlebt.

Donnerstag

Heute haben wir meine liebe gute Schwester unter zahlreicher Beteiligung zu Grabe getragen. Text: Ich werde über Dir im Dunkeln wohnen. Predigt hielt Herr Pfarrer Holzapfel. Auch er konnte bestätigen, daß sie in Gott heimgegangen sei. Es waren noch mit Carl Poßmann Landw. Inf. Regt. 83 und Wilh. Oetzel von Laudenbad. Abends sind Dina, August und meine Schwägerin wieder abgefahren.

Freitag, 18.6.15

Heute noch mal meinen Gef. besucht und Nachmittags mit meinen Lieben photographieren lassen.

Sonnabend, 19.6.15.

Heute war meine achttägiger Urlaub wieder abgelaufen und ich mußte leider wieder von meinen beiden Lieben scheiden. Was meine Auguste und meine Hildchen mich erfreut haben, läßt sich nicht in Worten ausdrücken. Sie waren rührend gut und nochmal gut. Heute um ½ 1 Uhr bin ich nach schwerem Abschied wieder losgefahren. Meine beiden Lieben brachten mich zur Bahn. Ich mußte mich anstrengen, um meine Trauer zurückzuhalten. Ach, wie ist es doch schwer, einen solchen schweren Schicksal entgegenzusehen und von den Liebsten Abschied zu nehmen. Auch das ist nun vorrüber und ich sitze nun mit Onkel Carl, der bis Epterode mitfährt und mit Obersteiger Kamm, der mich nach Cassel begleitet, im Zug und fuhr über Cassel – Frankfurt a.M. Metz Charoville [Charleville] Laon bis nach Chauny, wo ich Sonntags gegen ½ 12 Uhr Mittags eintreffe. Gefrt. Gerth holte mich da mit dem selben zweirädrigen Karren ab und wir fahren, von allen Kameraden aufs beste begrüßt in unsere Feuerstellung nach Vassens, wo sich inzwischen nichts wesentliches ereignet hat.

20.6.15

Oblt. Backwinkel auf 6 Wochen nach Deutschland beurlaubt. Hptm. Vorweck als Batl. Gruppenführer Führung der Batterie übernommen.

27.6.15

Oblt. Rehe von 5/22 Führung der Batterie übernommen.

28.6.15

Überz. Untffz. Zum Viezewachtmeister mit Gebührnisse befördert (Offz. Asp.).

4.7.15

Trgtr. Kaiser wegen Blutarmut und Nervenschwäche ins Lazarett Trosly-Loire.

5.7.15

Vizew. Bartolomäus aus dem Lazarett zurück. Am 1.7.15 zum Leutnant befördert.

7.7.15

Gefrt. Hilgenberg eis. Kreuz II. Kl. erhalten.

9.7.15

Gefrt. Rüppel aus dem Lazarett Clauny zurück.

15.7.15

Trgtr. Kaiser aus vom Lazarett Barisis zum Ersatz-Truppenteil 11 Cassel versetzt.

30.7.15

Kan. Stieglitz beim Abspringen vom Postwagen Bein versprungen und kompl. Unterschenkelbruch rechts erlitten.

31.7.15

Untffz. Bender Volland Podschuweit, Kan. Rode, Biermann, Rappe, Eubel, Ubermann, Spehan, Ritter, Schmidt, Recker, Schüler, Wille, Hoppe, Volkmann, Klem, Seidel, Burghardt, Rechberg, Schanze, Schön, Becker, Klapp, Möller, Lehrmann, Heulbrink, Derse, Brael, Weinzierl zur 4. Batt. Res. Feldartl. Regt. 18 versetzt.

Gefrt. Leebich v. Ersatz Abt. zur Batterie zurück.

2.8.15

Gefr. Ickler an Stelle des zum Leutnant beförderten Vizewachtm. Bartholomäus zum Unffz. ernannt. Sergt. Reinhardt, Untffz. Wirtz und Gefrt. Zettinghausen mit dem Eis. Kreuz II. Kl. ausgezeichnet, überztg. Gefrt. Camann zum überz. Untffz. befördert. Oberleutnant Backwinkel von seinem 6wöchigen Heimat-Urlaub zurück und die Führung der Batterie übernommen. Oblt. Rehe wieder zur 5. Batterie zurück.

3.8.15

Nacht 145 Stellungswechsel vorgenommen und kam nach Nogent-Mühle bei Coucy-le-Chateau [Coucy-le-Château-Auffrique] in Armee-Reserve. Überz. Untffz. Thielcke zum Vizew. (Offz. Aspir.) befördert. Thielecke und Seelig erhalten, weil Offz. Aspir., etatmäßige Löhnung. Vizew. Seelig 8.8.-6.9.15 zum Offizier-Aspiranten-Kursus für Feldartillerie nach Jüterbog kommandiert.

9.8.15

Lt. Bartholomäus zur Et. Munit. Kol. 6 versetzt.

24.8.15

Lt. v. Buttlar mit dem Eis. Krz. I. Kl. ausgezeichnet.

30.8.15

Gefrt. Gottschalk Eis. Krz. II. Kl. erhalten.

7.9.15

Kan. Asbrand vom Wagen gefallen. Lazarett Trosly-Loire.

9.9.15

120 Mittags hört das Gen. Kdo. als Kommando des IV. Res. Korps auf. Sind nunmehr dem 9ten Korps unterstellt. I. Res. Divis. ausgewechselt durch 16. Divis.

15.9.15

Vizew. Seelig vom Kursus zurück (Kursus 8/8.15-5.9.15 – Urlaub 6/9.-15/9.15.). Prüfung lt. Befähigungszeugnis vom 6/9.15 Ausbildungskommando für die Feldartillerie in Jüterbog No. 1345/15 P. Bestanden.

18.9.15

V.W. Seelig Revolverschuß in die linke Bauchseite, Gefrt. Rippel Streifschuß in r. Hand. Revolver beim Probieren losgegangen. Beide in das Lazarett Trosly-Loire.

20.9.15

Kan. Asbrand aus dem Lazarett entlassen. In der Nacht vom 21. zum 22/9. Stellungswechsel vorgenommen. Stellung bei Ferme Forêt, Protzen und Pferde in Trosly-Loire.

22.9.15

830 Abds. ist Vizew. Seelig an seinen Wunden erlegen.

24.9.15

Vizew. Seelig auf dem Friedhofe Trosly-Loire beerdigt. Vater war mit zur Beerdigung und hat am 25.9.15 die Bekleidungsstücke von seinem Sohn mitgenommen.

26.9.15

Mit dem 2/9.15 120 Mittags tritt unsere Divis. in den Verband des 8. A.K. über.

5.10.15

Heute wurde die Staffel von Trosly-Loire nach Selens verlegt.

12.10.15

Gefrt. Rüppel aus dem Lazarett entlassen.

18.10.15

Heute habe ich meinen Schwager Carl bei der 1. Comp. Inf. Regt. 94, 38. Div. in Lombray hinter Blerancourt [Blérancourt] besucht. Wiedersehensfreude war groß. Wilh. Oetzel und Carl Goßmann sind auch bei ihnen in der Comp. Letzterer war in Stellung, konnte ihn daher nicht treffen. Wie ich hörte, soll Goßmanns Theodor auch gefallen sein. Schade, um den netten jungen Burschen. Nachmittags gegen 4 Uhr war ich wieder zurück.

20.10.15

Überz. Kriegsfr. Untffz. Volpers u. Albrecht treten lt. Abt. Bef. zur L. A. K. I zurück. Es kommen neu zur Batterie von der Ers. Abt. 11, Cassel am 16.10.1915 abgeschickt:

Untffz. Klaus

Gefrt. Dieckmann

Kriegsfreiw. Steerham

Wehrmann Pieper

Wehrmann Hasenohr

21.10.15

Heute wurde unsere Infanterie herausgenommen und durch die 16. Inf. Div. abgelöst. Wir kommen in den nächsten Tagen auch fort. Bestimmungsort unbekannt.

31/10.15

Liegen heute immer noch in Selens und warten auf unsere Ablösung. Heute Kirchgang mit anschließendem Abendmahl.

In der Nacht vom 7. zum 8.11.15 durch 3/23 abgelöst. Quartier Trosly-Loire.

9.11.15

915 Von Trosly-Loire nach Landricourt marschiert und dort verladen zusammen mit dem Regtsstab. Gefahren von 230 N. über Laon, Montcornet – Liart und gegen 10 Uhr Abends in Alland-Huy [Alland’Huy-et-Sausseuil], 2 Stationen hinter Amange ausgeladen. Kamen Nachts gegen 2 Uhr in Novy-Chevrieres [Novy-Chevrières] an. Quartier in einem einzelnen freundlichen Häuschen- Neywirth lag auch mit in Novy und haben wir uns öfters besucht. Meine Bettdecke habe ich mir auch dort gekauft.

18.11.15

Gefrt. Engemann Eis. Krz. II. Kl.

24.11.15

Kan. Müller wegen Diphtherie-Verdacht ins Laz. Rethel.

29.11.15

Rohr No. 2968 gegen Rohr No. 6736 ausgetauscht.

Heute an dem Geburtstage meines einzig lieben Gustchen überkommen mich allerlei Gefühle. Oh wie schrecklich ist es doch, gerade in solchen denkwürdigen Tagen von den Lieben weg zu sein. Möge es Gott geben, daß wir diesen Tag im nächsten Jahre gesund und munter als Sieger zu Hause feiern können.

Dieses ist mein sehnlichster Wunsch.

8.12.15

  1. W. Schaefer zur Intendantur 22. Res. Divis. Kdt.

10/12.15

Heute um 70 O. ersten Zug abmarschiert.

11/12.15

Heute um 630 O. zweiten Zug abmarschiert über Amange-Attigny, Bemont Fme und 3. Batt. Feld. Art. Regt. 18 abgelöst. Protzen ins Barackenlager Bemont-Fme. Bei Attigny war infolge des fortwährenden Regens die Aisne über die Ufer getreten und hat die ganze Straße überschwemmt. Wagen standen bis zur Achse im Wasser. Wenn nicht die Telegrafenstangen gewesen wären, wer weiß, in welche Löcher und Teiche wir reingefahren wären. Aber gottlob es ging alles gut. Ein kolosaler Schlamm empfing uns. Meine Gamaschen habe ich an den Haken gehängt und mir ein paar neue lange Stiefel verpaßt. Aber einen trockenen Fuß hatte man nie. Zweimal mit der Feldküche die Feuerstellung besucht. Den ersten Abend mußten wir hinter dem vollständig zerschossenen Dorfe Somme-Py [Sommepy] halten, da kurz vor uns die Straße mit Schweren beschossen wurde. Beim zweiten mal wurden wir beim Einfahren in die Stellung mit Schrapnells beschossen. Ging aber alles gut ab. Fast alles eine verödete u. wilde Gegend. Alles nur Heide und Kreide und Schlamm.

24.12.15

Heute die Kriegsfr. Förstermann u. Hulsberg von Ers. Abt. Cassel eingetroffen. Heute Abend haben wir so gut es die Verhältnisse eben gestatteten, Weihnachten gefeiert. Drau0en regnete es in Strömen. Die meisten Fahrer kommen spät zurück und sind nur noch mit Schlamm bespritzt und sind ermüdet, haben Munition gefahren. Alles muß 8 oder 10 spännig gefahren werden. Alles angesichts Granatlöcher eine beschwerliche Arbeit. Haben ein paar Weihnachtslieder gesungen und dann Kamerad Schadeberg eine dem Tage entsprechende Ansprache gehalten. Ja, was wir im letzten Jahre bestimmt hofften, dieses Weihnachten bei unseren Lieben daheim zu feiern, hat sich leider nicht erfüllt. Noch dauert dieses gewaltige Völkerringen ungemindert und noch heftiger fort. Unsere Feinde sind gegen uns und neue Freunde sind mit uns gegangen. Aber nichts vermochte diesen entsetzlichen Kriege ein Ziel zu setzen. Gott allein vermag es und so wollen wir unseren Dank gegen Ihn, der uns im vergangenen Jahre neben dem Erretten aus vielen Gefahren auch noch große Siege geschenkt hat, aufs neue geloben, im Vertrauen auf Gott und unsere gerechte Sache aus Liebe zur Heimat u. Vaterland, als Beschützer der Lieben, auszuhalten, bis zum siegreichen Ende. Gott helfe und beschütze uns.

25.12.15

Heute am 1. Weihnachtstag nahm ich am Weihnachtsgottesdienst der 17. Inf. Div. teil. Brennde Lichter und 3 Tannenbäume erhalten. Das große Zelt, das bis zu letzten Ecke ausgefüllt war. Der Divisionskommandeur nebst seinem Stab war auch dabei. Text: Weihnachtsevangelium.

26.12.15

Heute sind wir mit unseren Protzen und Pferden nach dem neuen im Wald errichteten Lager Wilhelmshöhe übergesiedelt. Wie immer, Regenwetter mit Schnee. Lager ist mitten im Kiefernwald, und schön sowie gesund. Nur die Anmarschwege sind misserabel. Die armen Pferde müssen war mitmachen.

1.1.16

Das dritte Kriegsjahr hat begonnen. Ich habe es ohne besondere Feier angefangen und bin Gott dankbar, daß es ich noch erleben durfte. Möge uns nun Frieden und eine glückliche Heimkehr bringen. Das walte Gott.

9.1.16

Kan. Kaiser wegen Lungenkatarrh ins Lazarett Liry, von da weiter nach Vouziers und Sedan.

Heute (Sonnabend) habe ich südlich von Liry (halbwegs Liry-Marvaux) im „Jonaslager“ meinen Bruder Carl besucht. Die Freude war groß. Es geht im soweit noch ganz gut. Leider ist er am anderen Tage abmarschiert und somit war ein weiteres Zusammentreffen unmöglich.

10/1.16

Wachtmeister Knoch bis zum 30/1. beurlaubt. Vizew. Ehrenberg mit der Führung des Wachtmeistergeschäft beauftragt.

18.1.16

Oblt. Rackwinkel zum Hptm. ernannt.

20/1.16

Gefrt. Franz Engemann aus Volkmarsen heute Mittag 120 an den Folgen eines Unglücksfalles (Explodieren eines Zünders) verstorben und auf den Friedhof bei unserer Feuerstellung beerdigt.  Kan. Gross II ist durch Splitter von dem explodierten Zünder an beiden Oberschenkeln verwundet.

24.1.16

Lt. Proebsting 3/22 zur Batterie versetzt.

27.1.16

Champagne verlassen, Fußmarsch ab Lager Wilhelmshöhe – Bemont-Ferme – Attigny – Charbogne nach Baalons [Baâlons] ins Quartier. Döring Eis. Krz. erhalten. Kaiserhoch zum Geburtstage wurde bei einem kleinen Halt ausgebracht. Gefrt. Heckmann ins Laz. Attigny wegen Bindehautentzündung (Verletzung durch Minensplitter).

4/2.15

Kan. Wilh. Brahm wegen Mittelohrentzündung ins Lazarett Ecordal.

5.2.16

Gefrt. Sommer Eis. Krz. II. Kl. bekommen.

7.2.16

Heute von d.l. (F.) A.K. erhalten: Kriegsfreiw. Künneke, Landst. Gieseke, Ers. Res. Schaumlöffel, Ers. Res. Böttger.

10.2.16

Untffz. Arno Koch wegen tuberkolösen Halsdrüsen ins Lazarett Ecordal.

22/2.16

Kan. Zaun ins Lazarett. Kriegsfr. Förstemann aus Keilsberg zu Gefreiten ernannt, Untffz. Cornelius zu Vizew. (Offz. Asp.) befördert. Hier in Baalons [Baâlons], südlich von Charleville-Mezieres sind wir gut untergekommen. Wohne in einem früheren Gasthause im Fremdenzim. Schöne gedielte Stube, hoch und luftig mit Untffz. Nückel ins Lazarett wegen Bluterguß im Knie.

Am 29.2.16 in Baalons [Baâlons] alarmiert. Abends 50 weitermarschiert über Bouvellement – Le-Chesne nach der Sartellen-Ferme bei Haricourt. Altes verlassenes u. ödes Gehöft, im Freien war eiskalt u. auf den alten Heuboden war es auch nicht angenehm. Haben die in Umgebung zerstreut liegenden Heldengräber aufgesucht. Hauptmann Backwinkel war wegen Todes seines Vaters in Urlaub u. kam am 5.3. zurück. Lt. Grube führte die Batterie.

Am 5.3. von der Sartellen-Ferme weitermarschiert über Buzancy nach der Madaleinen-Ferme und da eine Nacht verbracht. Am Morgen des 6.3.1916 sind wir von der Madaleinenferme abmarschiert über Brieulles, Vilosnos, Bahnhof Consevoye [Consenvoye] nach dem Walde bei Forges [Forges-sur-Meuse], wo unsere Batterie im Abteilungsverbande im schwersten feindlichen Feuer einfahren mußte. Schnee u. Regen wechselten ab, es herrschte furchtbare Kälte. Unsere Division griff an, erstürmte Regneville [Regnéville-sur-Meuse], Forges [Forges-sur-Meuse], den Chaurettes [Caurettes]- u. Rabenwald, Teile des Toten Mannes und zuletzt noch Cumieres [Cumières-le-Mort-Homme]. Was hier geleistet worden ist, kann nicht belohnt werden. 14 lange Wochen in dieser Hölle, jeder Tag neue Verluste, Wasser in den Unterständen bis zum Meter hoch, Schießen und Schanzen bei Tag u. Nacht, Protzen lagen 4 Wochen im Freien an dem Bahndamm bei Consenvoye, kamen dann ins Sägewerk bei Vilosnes.

Tote: Sergt. Reinhardt, Untffz. Presler, Untffz. Dallrupp, Gefrt. Förstemann, Gefrt. Bettinghausen

Verwundete: Hptm. Backwinkel, Leutnant Proebsting, Lt. Grebe u. Lt. v. Buttlar, Sanitäts-Untffz. Wirtz, Untffz. Heckmann, Kan. Mähler, Ringets, Schaumlöffel, Asbrand, Jak. Brahm, Hoffmann, Fischer, Schwarzkopf, Glade, Hülsberg, Künneke, Gieseke, Illian, Appel, Flöther,

Erkrankt: Wildschütz, Loch, Böttger, Lt. Timm, Dippmann, Schnanages, Behle, Sturhann, Dippmann, Eisler, Gross II, Hasenohr, Bommer, Schütz, Hose, Dittschar, Winter, Paul, Banze, Linoke,Menge, Alsleben,

Pferde Verluste 6

Geschütze 4

1 Beob. W. durch Volltreffer.

Die Kämpfe sind eingetragen „Schlacht bei Verdun“ 6.3.-12.6.16.

6.3.16-10.3.16 Kämpfe im Rabenwald, 24.-29.5.16 Kämpfe um Cumierès. Am 12.6. abgelöst, in Stenay verladen und über Hirson nach La-Capelle gefahren, dort ausgeladen und nach Buironfosse bei den Bürgermeister ins Quatier gekommen. Gute Leute, gutes Quartier, konnten für wenig Geld Butter, Milch u. Kuchen bekommen.

Vom 4.-17.6. war ich auf Urlaub bei meinen Lieben in der Heimat. Da war es einfach entzückend, mein Gustchen u. mein kleines Hildchen habe ich mit Freuden überraschen können. Hildchen ging gleich bei mich und es war rührend, wie das kleine Liebchen an mir hing. Die ganzen 14 Tage ging sie bei mir nicht fort, sie wollte immer sehen, was Papa so macht. Sie kann alles schön fließend sprechen und läuft sicher. Hat ein freundliches Gesichtchen und geht bei jeden. Dieses waren entzückende Tage, die ich im Kreise meiner Lieben verleben durfte. Meinen Schwager Carl habe ich auf dem Landkrankenhause in Cassel besucht. Meine Schwägerin Louise ist mit mir nach Hause gefahren und hat uns zwei Tage helfen beim Kartoffelhacken. Auch ich habe geholfen, konnte sie aber wegen zu schlechtem Wetter nicht fertigmachen. Auf dem Werke war ich mal, auch beim Direktor ist alles im langsamen Betriebe.

Wilhelm hat mich am ersten Pfingsttag u. ich habe ihn am dritten Pfingsttag mal besucht. Haben uns zusammen die Bahn Großalmerode – Witzenhausen angesehen. Mein Nachbar Fritz Persch war auch zu gleicher Zeit mit in Urlaub. Heimfahrt Strecke Vilosnes – Sedan – Metz – Frankfurt – Cassel und Rückfahrt Strecke Cassel – Gießen – Coblenz – Trier – Charleville – Hirson – La-Capelle benutzt. Am 19/6.16 an der Straßenkreuzung Novion – Guise – Hirson Parade vor unserem Kaiser gehabt. Hat sich über die Leistungen der Division in den 14 langen Wochen vor Verdun sehr lobend ausgesprochen und zahlreiche Auszeichnungen verteilt. Nach der Besichtigung folgte ein Parademarsch, der gut klappte.

Am 23.6. wurden wir in La-Capelle wieder verladen und kamen ins Quatier nach Ham, wo ich, Hilgenberg u. Faulbaum bei einer alten Tante von 73 Jährlein unterkamen. Hatten ein schönes Bett mit einem luftigen Zimmer, Vizewachtmeister Ehrenberg führte die Geschäfte, da der Wachtmeister Knoch in Urlaub war. Ham ist ein von zahlreichen Gärten u. Gärtnereien umgebenes Städtchen, ist ziemlich Industrie da. Mehrere male wurden wir Nachts alarmiert, am Tage wurde es dann wieder aufgehoben, dann von der Front machte sich eine starke Artillerie-Vorbereitung unserer Gegner bemerkbar. Nur war es nicht klar, an welcher Stelle das eigentliche Angriff stattfinden sollte.  Eines Nachts wurden unsere Geschütze mit den Kraftwagen weg geholt und dem 14. Res. Korps bei Bapaume als Ersatz für unbrauchbare überwiesen. Wir bekamen andere geliefert.

Am 31.6.16 wurden wir kurz nach Mittag alarmiert und marschierten über Atties nach Noss-en-Chausee, wo weitere Befehle kamen. Die Franzosen und Engländer hatten nach siebentägiger Artillerie- und Gasvorbereitung unsere zerschossenen ersten Linien an mehreren Stellen erobert und wollten nun ihr Ziel, den Durchbruch unserer Linien, erreichen. Dieses mußte verhindert werden. Unserer Division hat in schweren Kämpfen die feindlichen Waffen Franzosen, Engländer und die schwarzen Bundesbürger aufgehalten und somit ihre schwere Aufgabe erfüllt. Unsere erste Stellung war bei Hem hinter Clery [Cléry-sur-Somme], Protzen lagen in Allaines, Geschütze mußten eine weiter zurückliegende Stellung bei Feuillecourt [Feuillaucourt] gebracht werden, da der Franzmann kraft seiner vielfachen unsere schwach besetzte Infanterielinien zurückdrängte. Allaines wurden wurden vom Militär und auch von den Zivilisten geräumt. Unsere Quartierwirtin in Allaines, der ihr Mann auch [im] Felde war, eine Frau in den dreißiger Jahren, mußte Nachts gegen 3 Uhr mit ihren drei kleinen Kinderchen u. ihrer sechzigjährigen Mutter plötzlich fort, mußte alles stehen und liegen lassen. O, du entsetzlicher Krieg. Da die Stellungen bei Feuillecourt [Feuillaucourt] u. Hall wegen schweren Feuers nicht zu halten war, wurde am 10/7.16 wurde die vierte Stellung bei Perronne [Péronne] bezogen. Diese war entschieden besser. Nach dem Verlassen von Allaines lagen unsere Protzen erst im Park u. dann im Dorfe Bussu. Dieses wurde am 8.7.16 plötzlich mit Schweren beschossen u. mußte auf schnellstem Wege verlassen werden. Trotz heftigsten Feuers und trotz des Durcheinanders kam bei uns alles mit heiler Haut davon. Bei andern Truppen sind leider Verluste eingetreten. Am 8.7.16 wurde das im heftigsten feindlichen Feuer liegende Städtchen Perronne [Péronne] von Zivilisten geräumt. Ein recht trauriger Anblick, wenn gesunde und kranke, alte Greise u. kleine Kinder mit ihrer notwendigsten Habe. Danach kamen die Protzen ins Frei bei in den Wald Tincourt, wurden mehrmals von Fliegern mit Bomben beworfen. Glück gehabt.

Tot: Kan. Knüttel [laut Volksbund: Georg Knüttel] 10.7.16

Verwundete: Thielecke, Schach, Böhm, Hege, Epring, Flöther, Krähmer, Wiesemann

Nervensch.: Ehrenberg, Kanter

Krank: Koch, Schedtler

Kan. Knüttel aus Jesberg am 12.7.16 auf dem Militärfriedhof St. Quentin beerdigt.

Am 23.7.1916 abgelöst durch 1/14 marschiert über Vermand – St. Quentin nach La Fère, wo wir Abends gegen 7 ankamen. Quartier bei gebürtigen Deutschen, die uns freundlich aufnahmen u. uns in unsrer Landessprache begrüßten. Muttersprache, Mutterlaut, wie so vernommen, so traut. Leider blieben wir nur eine Nacht da, anderen Morgens 10 Uhr wurde unsere Batterie schon wieder verladen. Kan. Wagner u. ich fuhren erst noch mal nach St. Quentin und haben ein schlichtes Holzkreuz auf das Grab unseres Kameraden Gg. Knittel gesetzt. Sind Abends nach La Fère zurückgefahren und mit der 3. Batterie fortgemacht. Kamen am 25.7.16 morgens in Betheniville [Bétheniville] an und sind dann die Russenstraße entlang gefahren bis zum Waldlager. Lager u. Stellung waren gut, der Feind ziemlich ruhig. Vor uns lagen St. Souplet – Auberive [Aubérive] – St. Hilaire – Mormelon – Grand [Mourmelon-le-Grand]. Am 6.8. kam ich in Stellung u. wurde dem ersten Geschütz zugeteilt. Dienst war zu ertragen, hatte jede zweite Nacht Wache.

Eis. Krz. bekamen: Dippmann, Glade, Heckmann, Werner, Groß II, Knittel, Ludwig, Scharf, Felgenbauer, Eckardt, Paul, Ganzert, Küthe, Lossin, Leppert, Gerhold, Kerlbann, Cornelius, Benicke, Gutjahr, Dieckmann, Henkel, Schweinebraten, Hädrich, Behle, Ramta, Herse, Wethof, Böhm, Schudnagis, [Das Tagebuch bricht hier ab. Die folgenden Seiten sind unbeschrieben.]

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Kriegstagebuch des Gefreiten Gustav Goebel beim Reserve Feldartillerie Regiment 22 (2. April 1915 – 6. August 1916)